Wie wird neuer Bitcoin generiert?

Veröffentlicht am

20. Mai 2020

Bitcoin wurde 2008 unter dem Pseudonym “Satoshi Nakamoto” von einer Person oder Gruppe als dezentralisiertes Peer-to-Peer-Zahlungssystem eingeführt. Bitcoin ist eine Kryptowährung, eine der digitalen Währungssorten, und deswegen immateriell.

Das bedeutet, dass Bitcoin weder gedruckt noch geprägt wird, um physische Scheine oder Münzen zu schaffen. Stattdessen wird Bitcoin durch einen kompetitiven und die Sicherheit erhöhenden Prozess, das Mining - zu Deutsch “Schürfen”, freigegeben.

Neue Bitcoin-Einheiten werden kontinuierlich erzeugt und anschließend im Netzwerk an Miner verteilt, die so für ihre unterstützende Tätigkeit beim Bestätigen der Gültigkeit und Hinzufügen von Transaktionen zur Blockchain, einem öffentlichen Hauptbuch im Bitcoin-Netzwerk belohnt werden.

Wir halten fest:

  • Neue Bitcoins werden durch einen Prozess mit der Bezeichnung Mining, zu Deutsch “schürfen”, generiert
  • Bitcoin-Miner werden für das Bestätigen der Gültigkeit von Transaktionen durch das Lösen von komplexen rechnerischen Aufgaben belohnt
  • Je mehr Miner es gibt, je schwieriger werden die Aufgaben, und je sicherer wird deswegen die Blockchain
  • Die von vornherein festgelegte Anzahl von Bitcoins, die zur Verfügung stehen, hilft bei der Stabilisierung des Wertes

Was ist Bitcoin-Mining?

Da Bitcoin immateriell ist, wirst du ganz bestimmt nicht in der Erde graben müssen, um das kostbare Stück zu Tage zu bringen. Jedoch sind Bitcoins im Netzwerk eingebaut und sollen gefunden und gewonnen werden. Deswegen geht es grundsätzlich immer noch darum, dass gearbeitet werden muss, um die Bitcoins das Token zu bergen. Diese Arbeit wird nur auf sehr unterschiedliche Weise durchgeführt.

Die Blockchain

Bevor wir zum Konzept des Minings kommen, ist es wichtig, die Bitcoin-Blockchain zu verstehen. Grundsätzlich ist die Blockchain ein öffentliches Hauptbuch, ein Kontoführungsbuch, das sämtliche Transaktionen aufzeichnet und dokumentiert, die je innerhalb des Bitcoin-Netzwerkes getätigt wurden. Die Aufzeichnungen beinhalten Einzelheiten wie Datum, Zeit, und Menge der ausgetauschten Bitcoins. Ebenso ermittelt die Blockchain kontinuierlich das im Netzwerk verfügbare Guthaben.

Jeder “Block” in der Blockchain enthält Aufzeichnungen, die mit Hilfe von ausgeklügelter Mathematik bestätigt und verschlüsselt werden müssen. So soll sichergestellt werden, dass der Block nicht modifiziert wird.

Wie spielt sich das Bitcoin-Mining ab?

Um einen Block zu verschlüsseln, muss eine vom Bitcoin-Netzwerk generierte rechnerische Aufgabe gelöst werden. Für die Miner besteht diese rechnerische Aufgabe darin, einen Hashwert, eine 64-stellige hexadezimale Zahl, durch Rechenleistung genau zu ermitteln, damit sie damit einen Block verschlüsseln können. Wie du dir vorstellen kannst, gibt es für diesen 64-stelligen Hashwert eine Menge Zahlenkombinationsmöglichkeiten, so dass für die hierfür zu leistende Arbeit speziell dafür entwickelte Software und Computer erforderlich sind.

Bitcoin wird gemint, wenn der erste Miner erfolgreich den Hashwert errät, der Blockchain eine entsprechende Transaktion hinzufügt und anschließend als Belohnung eine Anzahl an Bitcoins erhält.

Diese Belohnung nennt sich auch “Blockbelohnung”. Wenn 2 Miner es gleichzeitig schaffen, den Hashwert zu erraten, wird das Netzwerk denjenigen Miners, der für die Ermittlung des Hashwerts den größten Arbeitsaufwand betrieben hat, belohnen.

Wieso ist das Bitcoin-Mining so wichtig?

Durch ihre geleistete Arbeit mit Hinzufügen und Bestätigen von Transaktionen für die Blockchain helfen die Miner mit, das Netzwerk sicher zu halten. Da es für die Miner die Zuteilung von Bitcoins als Anreiz gibt, werden hierdurch auch noch mehr Miner angezogen und treten dem Netzwerk bei.

Das Netzwerk stellt sicher, dass alle 10 Minuten, und kein bisschen früher, der Blockchain ein Block hinzugefügt wird. Hierdurch wird verhindert, dass es Miner versuchen, das System zu hinterlisten und mehr Bitcoins zu verlangen.

Noch faszinierender ist es aber, wie unglaublich das Netzwerk darauf reagiert. Je mehr Miner es gibt, je sicherer wird das Netzwerk. Es versteht sich von alleine, dass je mehr Miner es im Netzwerk gibt, je höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Rechenaufgabe sehr schnell gelöst wird. Deswegen passt das Netzwerk den Schwierigkeitsgrad der Rechenaufgabe an, damit sichergestellt ist, dass Bitcoins nicht öfter oder früher als nach den festgelegten 10 Minuten erzeugt werden.

Als Bitcoin eingeführt wurde, brauchte man für das Bitcoin-Mining lediglich ein einzelnen Laptop. Heute sind hierfür speziell hierfür entwickelte Computer und Datenspeicher, die in Rechenzentren, sogenannten Mining Farms operieren, erforderlich. Der anfängliche Schwierigkeitsgrad von 1 beträgt heute 13 Billionen.

Wer sind die Bitcoin-Miner?

Bei unserer vorherrschenden Form von physischer Währung entscheidet in der Regel die Regierung, wie viel - und auch wann - Geld gedruckt wird. Im Vergleich hierzu ist Bitcoin dezentral und wird nicht von einer zentralen Instanz verwaltet. Das Protokoll und auch die Software sind öffentlich zugänglich, und das Netzwerk wird gemeinschaftlich von allen dem Netzwerk angeschlossenen Computern kontrolliert. Das heißt, das technisch gesehen jeder zum Bitcoin-Miner werden kann!

Was brauchst du für das Bitcoin-Mining?

Aufgrund des momentan hohen Schwierigkeitsgrads beim Bitcoin-Mining brauchst du einen dafür geeigneten Computer, der speziell für den Einsatz in Mining Farms entwickelt wurde. Diese Computer heißen ASIC-Computer (Application Specific Integrated Circuit).

Ferner brauchst du eine Brieftasche für deine Bitcoins, ein sogenanntes Bitcoin-Wallet, Miner-Software und Zugang zu billigem Strom, weil das Mining sehr viel Energie braucht. Tatsächlich ist es so, dass der Zugang zu billigem Strom der Grund ist, warum viele Mining Farms aus China heraus operieren.

Um deine Chancen zu erhöhen, musst du wohl letztendlich auch einen Mining Pool suchen. Das Solo-Mining wäre vermutlich keine lukrative Tätigkeit, obwohl es sicherlich Spaß machen würde, die Funktionsweise der ganzen Prozedur zu untersuchen!

Wieviel Bitcoin wird jedes Jahr generiert? Wer kontrolliert die Menge?

Während alle 10 Minuten eine neue Blockbelohnung freigegeben wird, verringert sich die Belohnung selbst im Laufe der Zeit (es verringert sich nicht unbedingt der Wert der Belohnung, da 1 Bitcoin jetzt schon mehr als $12.000 SGD wert ist). Das bedeutet lediglich, dass die Menge der neu im Netzwerk freigegebenen Bitcoins über die Zeit nachlässt.

Das Programm stellt sicher, dass immer dann wenn der Blockchain 210.000 Blöcke hinzugefügt wurden, die Blockbelohnung halbiert wird. Das passiert normalerweise einmal alle 4 Jahre und hilft dabei, das Angebot an Bitcoins stabil zu halten.

Momentan werden Miner mit 12,5 Bitcoins pro Block belohnt, aber es wird erwartet, dass diese Zahl sehr bald - im Laufe des Monats Mai dieses Jahres - auf 6,25 Bitcoins halbiert wird.

Wieviel Bitcoin wird es insgesamt geben?

Bei unserer jetzigen Form von physischer Währung kann jederzeit Bargeld nachgedruckt werden. Es gibt nicht wirklich eine festgelegte Menge von Bargeld im Umlauf. Bei Bitcoin hingegen sieht es ganz anders aus. So ähnlich wie bei der Menge an Gold, das im Untergrund vorhanden ist, gibt es nur eine festgelegte Anzahl von Bitcoins, die gemint werden können.

Es gibt insgesamt 21 Mio. Bitcoins, die im Bitcoin-Netzwerk gemint werden können, nicht mehr und nicht weniger. Dadurch ist Bitcoin gegen Abwertung durch die Inflation geschützt. Da das Angebot von vornherein festgelegt wurde, steigt jeder Bitcoin im Wert im Takt damit, dass immer mehr Bitcoins gemint werden.

Im Moment sind schon ca. 18 Mio. Bitcoins gemint worden!